MC Lauf e.V. im ADAC

Der ADAC startet 2022 mit seinem Pilotprojekt „Bayerischer eKartslalompokal“. Hier haben sich der ADAC Südbayern und der ADAC Nordbayern zusammengeschlossen, um die Möglichkeiten alternativer Antriebstechnologien und den Gedanken der Nachhaltigkeit auch im Jugendkartsport aufzuzeigen. Zum Einsatz kommt ein in Nordbayern bei sms engineering in Cadolzburg entwickeltes Slalom-Kart mit E-Antrieb.
Der Motorsportclub Lauf betrieb in der Vergangenheit viele Jahre Nachwuchsarbeit mit seiner Jugendkartslalom Gruppe. Leider gibt es seit Anfang 2019 das Problem, dass nach dem Wegfall des früheren Trainingsplatzes sich die Genehmigung eines neuen Trainingsplatzes durch die Immissionschutzbehörde am Landratsamt Nürnberger Land sehr schwierig gestaltete. Es fand sich bisher keine geeignete Fläche, die die Vorstellungen der Behörde erfüllen konnte. Deshalb musste der aktive Trainingsbetrieb in Lauf eingestellt werden.
In den eKarts sieht der MC Lauf eine Riesenchance, durch die völlige Emissionsfreiheit endlich wieder eine Trainingsmöglichkeit für die Laufer Kinder und Jugendlichen zu schaffen.
Deshalb hat der Laufer Motorsportclub am Sonntag, den 24.07.2022, einen Qualifikationslauf zum Bayerischen eKartslalom Pokal 2022 veranstaltet. Als Partner konnte die CeramTec GmbH in Lauf gewonnen werden, die dem Verein an diesem Tag ihren Mitarbeiterparkplatz an der Luitpoldstraße großzügig überlassen hat. Trotz dieser tollen Location war es nicht einfach diese Veranstaltung auf die Beine zu stellen, da es viele offene Fragen gab:
  • Wie funktionieren diese eKarts, ohne dass wir uns vorher mit ihnen vertraut machen können? (Die Karts sollten erst am Veranstaltungstag um 8:00 Uhr angeliefert werden).
  • Wie viele Teilnehmer können wir mit unserer Veranstaltung erreichen, und damit in direktem Zusammenhang, welche Mengen müssen wir für unser Catering kalkulieren?
  • Können wir die Vorbehalte gegenüber der neuen Technik entkräften?
  • Schaffen wir es, auch nach zwei Jahren Coronapause wieder eine gelungene Veranstaltung auf die Beine zu stellen?
Was sollen wir sagen? Wir sind von den eKarts echt überzeugt! Aber lest selbst, wie die Premiere unseres 1. ADAC Jugend-eKartslaloms verlief:
Auch wenn einiges schon am Samstagnachmittag vorbereitet werden konnte, ging es am Sonntag um 7 Uhr für die Helfer und Funktionäre los mit dem Aufbau auf dem Veranstaltungsgelände. Es musste ein Parcours aus rot-weißen Pylonen mit Aufgaben verschiedenster Schwierigkeitsstufen aufgebaut werden, den die Teilnehmer der einzelnen Altersklassen auf Zeit mit den eKarts befahren sollten. So gab es Streckenabschnitte mit fantasievollen Namen wie Breze, Kasten oder Deutsches Eck.

 

Außerdem wurde eine Absperrung errichtet, damit keine Zuschauer auf die Strecke gelangen konnten. Und auch für das leibliche Wohl der Teilnehmer und Gäste musste gesorgt werden, und so wurden mehrere Pavillons im Zuschauerbereich aufgebaut. Selbstverständlich durfte eine mobile Toilettenanlage ebenso nicht fehlen, wie eine Zeitmessung mit Lichtschrankenanlage und eine Lautsprecheranlage für den Streckensprecher. Auch das Wetter spielte mit und so trübte kein Wölkchen den blauen Himmel über Lauf und die Sonne sollte für Temperaturen von 30 Grad und mehr im Laufe des Tages sorgen.

Nach und nach trafen dann die Teilnehmer der ersten Altersklassen am Gelände ein und es konnte pünktlich um 9 Uhr mit der K1 der 7 bis 9 Jährigen begonnen werden. Hier traten 7 Kinder aus Unterfranken, Oberfranken und der Oberpfalz an, leider aber kein Teilnehmer aus Mittelfranken. Schnellster war bei den Jüngsten Michail Popov vom MSC Marktredwitz vor Mia Losehaud vom ADAC OC Würzburg und Helene Schütz vom MSC Bad Brückenau.

Um 10:15 Uhr durften dann die 13 Starter der Jahrgänge 2011 und 2012 zeigen, wer am besten mit den Widrigkeiten der Strecke zurechtkam. Klassenprimus war hier der Bruder der Zweitplatzierten in der K1, Max Losehaud vom ADAC OC Würzburg. Nur 15/100 Sekunden langsamer war Fabienne Gerstner vom MSC Marktredwitz. Den dritten Podestplatz belegte ihre Vereinskollegin Darja Popov, die Schwester des Siegers der K1. Die besten Mittelfranken der K2 waren Andi Sejdiu vom AC Hersbruck vor Jona Hein vom MSC Röthenbach auf den Plätzen 9 und 10. Beide hatten leider je 4 Strafsekunden wegen zwei umgeworfenen Pylonen zu Buche stehen.
Ab 11:45 Uhr duellierten sich dann die 14 Teilnehmer der K3 (12/13 Jahre) um die Plätze auf dem Stockerl. Hier war es besonders spannend, da nach dem ersten Wertungslauf Noel Knorr vom MC Lauf mit nur 11/100 Sekunden Rückstand auf  dem 2. Platz lag. Leider versagten ihm vor heimischem Publikum die Nerven und zwei geworfene Pylonen bedeuteten im 2. Wertungslauf 4 Strafsekunden. So war ein Abrutschen auf den 6. Platz leider nicht zu verhindern. Strahlender Sieger war am Ende Lauris Heid vom AMSC Hammelburg vor Korbinian Regn und Alexander Rauh, Beide vom MSC Auerbach. Zu erwähnen bleiben noch die Plätze 9 und 10 von Michael und Matthias Janssen und Alexander Schenk auf Platz 13, alle vom AC Hersbruck.
Um 13:30 Uhr wurde dann die mit Spannung erwartete K4 der 14- und 15-jährigen Kartpiloten gestartet. Leider entschlossen sich nur ganze 4 Teilnehmer dieser Altersklasse, einen Start in einem Elektrokart zu versuchen. Hier siegte der amtierende Nordbayerische Meister des Jahres 2021, Jonah Günther vom MSC Marktredwitz, in überlegener Manier vor Dino Calakovic vom AC Hersbruck und Felix Keller vom AC Karlstadt. Weit unter Wert geschlagen wurde Fabian Kolbe vom MSC Röthenbach. Aber 3 geworfene Pylonen und das Nichteinhalten der Haltelinie im Zielraum sorgten für insgesamt 8 Strafsekunden.

Um 15:15 Uhr ging es mit der K5, also den 16 – 18-jährigen „Senioren“ des Jugendkartslaloms, ins Finale des Tages. Obwohl hier auch nur 5 Teilnehmer*innen an den Start gingen, sollte es die spannendste und knappste Entscheidung des Tages werden. Anastasia Gaus vom MSC Marktredwitz konnte hier, trotz einer geworfenen Pylone und daher 2 Strafsekunden, mit 7/100 Sekunden Vorsprung vor Julia Faltis vom MSC Wiesau gewinnen. Sina Hetzer vom ADAC OC Würzburg vervollständigte weiter 3/100 dahinter das bemerkenswerterweise rein weibliche „Stockerl“. Dominik Kroginski vom MSC Röthenbach musste nach einer geworfenen Pylone mit der Holzmedaille zufrieden sein. Alexander Janssen vom AC Hersbruck blieb nach 4 abgeräumten Pylonen in dieser heiß umkämpften Klasse leider nur der letzte Platz.
Nach der letzten Siegerehrung war der 1. Laufer Jugend-eKartslalom offiziell beendet. Die fleißige Helfertruppe sorgte zu guter Letzt dafür, dass zum Beginn der Frühschicht der Mitarbeiterparkplatz der CeramTec wieder seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt werden konnte.
Als Fazit bleiben ganz viel Licht und ein bisschen Schatten: Wir waren sehr zufrieden mit den eKarts und ihrer Performance, den Teilnehmerzahlen in den Klassen K1 bis K3 (natürlich hätten es auch hier ein paar Starter mehr sein können 😉 ) und dem strahlenden Sonnenschein während der Veranstaltung. Sehr schade finden wir die sehr geringe Teilnehmerzahl in den Klassen K 4 und K5 und die völlige Abwesenheit von einigen Vereinen mit eigentlich starker Jugendkartabteilung. Wir können nur sagen, da habt ihr was verpasst! In allen Klassen wurde echt spannender Sport geboten und alle Teilnehmer und ihre Begleiter hatten einen tollen Tag. Wir können nur hoffen, dass Einige noch aufwachen und die restlichen drei Qualifikationsläufe für den Bayerischen eKartslalom Pokal nutzen. AUF GEHT’S!

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